06.09.2018

Werbung / Unbeauftragt: Gabi Mazaracis in der WollFühlFactory



 


















Gabi Mazaracis von Filzkram... 

...kommt ins Unterallgäu, um mit uns verfilzte, lustige, wilde und absolut liebenswerte Tiere herzustellen.

Es sind nur noch wenige Plätze frei. Also, wer Gabi schon immer einmal live erleben wollte hat noch Gelegenheit dazu.




Am 13. und 14. Oktober 2018 werden wir also allerlei Getier herstellen. Die genaue Ausschreibung findet Ihr HIER ...

 


(Unsere Werkstatt ist über die A96 gut erreichbar von Zürich, Lindau, Ulm, Memmingen, Kempten, Kaufering, Landsberg, München)

WERBUNG / UNBEAUFTRAGT. Neue Kennzeichnungspflicht für Blogger...


"Hinweis
Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!" 

Wer sich über diesen Hinweis wundern sollte, dem sei folgendes erklärt

Durch einen Gerichtsbeschluss vom Landgericht (LG) Berlin (Urt. v. 24.05.2018 – Az. 52 O 101/18) wurde eine bekannte Influencerin der Social Media zu einem vollwertigen Teilnehmern am Geschäftsleben erklärt. Warum? Ganz einfach, die Richter waren sich im Folgenden einig: Wer Marken vertaggt oder verlinkt macht in Wirklichkeit Werbung. Und diese müsse nun als solche gekennzeichnet werden. 

Was bedeutet dieses Urteil für Blogger und Influencer, auch für den Blog der WollFühlFactory:

  • Posts zu meinen eigenen Workshops und denen, die ich im Rahmen meines Unternehmens mit Partnern durchführe...
  • Posts, die eine Empfehlung von mir durch einen weiterführenden Link (z.B. zu einer Filzkollegin) wiedergeben...
  • Posts, auf denen der Schriftzug meines Lieblingscafés zu sehen ist...
  • Posts mit einem Hinweis auf interessante Veranstaltungen und Events...
  • meine Meinung zu meinen beliebtesten Produkten und deren jeweilige Lieferanten...

...sind nach Auffassung des Gerichts ab sofort Werbung und es besteht eine Kennzeichnungspflicht!

  • (Ein T-Shirt mit einem entsprechenden Unternehmens-Logo, das zufällig auf einem Post-Foto erscheint .... Werbung???????)
  • (Ein Auto, das im Hintergrund eines Fotos ganz klar als A..i zu erkennen ist ... Werbung???)
  • (Journalisten, die in ihren Blogbeiträgen auf Unternehmen hinweisen ... Werbung???????)
  • Wo fängt es an, wo führt es hin? Freie Meinungsäußerung????? Pressefreiheit?????

"Das Berliner Landgericht sieht die betreffenden Postings als unlautere geschäftliche Handlung gemäß § 5 Abs. 1 UWG. Demnach handelt unlauter, „wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern sich dieser nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt, und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.“"

"Die fraglichen Postings sind zudem nicht als private, sondern als geschäftliche Handlung zu sehen. Nach § 2 Abs.1 Nr.1 UWG ist eine geschäftliche Handlung „jedes Verhalten einer Person zugunsten des eigenen oder eines fremden Unternehmens vor, bei oder nach einem Geschäftsabschluss, das mit der Förderung des Absatzes oder des Bezugs von Waren oder Dienstleistungen oder mit dem Abschluss oder der Durchführung eines Vertrags über Waren oder Dienstleistungen objektiv zusammenhängt.“"

"Mag man auch die Argumentation des Gerichts für zu streng und inhaltlich zweifelhaft halten, so wird aber beim Blick auf die Gesetzeslage klar: Schleichwerbung kann man auch betreiben, wenn man für die Präsentation von und Verlinkung auf Produkte keine Gegenleistung erhalten hat. Die Gegenleistung ist zwar ein Indiz, aber keine Voraussetzung dafür, dass ein Beitrag als Werbung zu qualifizieren ist. Dies sagt sogar der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH, Urt. v. 9.6.2011, Az. C 52/10 – ALTER CHANNEL). Letztlich geht es vielmehr darum, ob das Produkt überhaupt in ein besseres Licht gerückt wird und ob dies die Zuschauer bzw. Verbraucher dazu bringen kann, das Produkt zu kaufen. Unerheblich ist, ob Influencer tatsächlich werben wollen – es reicht schon eine undifferenzierte werbliche Darstellung, die auf Verbraucher eine entsprechende Wirkung hat."

  
Bloggende Kleinunternehmer sehen sich aufgrund dieser Rechtsprechung und hinsichtlich der Tatsache, dass es immer häufiger zu willkürlichen Abmahnungen durch offizielle Abmahnvereine kommt, zum Handeln gezwungen. 

Um das Risiko einer Abmahnung - besonders in finanzieller Hinsicht - zu minimieren, habe ich mich daher entschlossen, meine Posts durchgängig als WERBUNG zu bezeichnen.

Ich hoffe, dass FilzerInnen, LeserInnen, AbonnentInnen, FreundInnen Verständnis für diese Maßnahme haben und nicht dem Irrtum unterliegen, neuerdings in einer Dauerwerbesendung gelandet zu sein.

In all diesen scheinbaren "Realitäten" aus Gerichtsurteilen, modernen Ausprägungen in den Sozialen Medien, DSVO etc... 

Für mich stehen der kreative Umgang mit dem Rohstoff Wolle, das Wohlgefühl, die innere Berührtheit, die hierbei entsteht sowie die Weitergabe eines grandiosen Handwerks an Interessierte und Leidenschaftliche weiterhin an oberster Stelle. 

In diesem Sinne freue ich mich auch weiterhin auf einen wunderbaren Austausch.

Herzliche Grüße
Angelika