08.05.2015

Filzen als Vergangenheits- und Trauerbewältigung.

Trauergefäß...

08. Mai 1945 / 08. Mai 2015 - 70 Jahre später ... 
... nach Kriegsende.

Aufgewachsen in einer völlig normalen, durchschnittlichen Familie, hat dieses Ereignis dennoch die Entwicklung meines Lebens maßgeblich beeinflußt.

Flucht und Vertreibung meiner Eltern im Alter von 9 und 10 Jahren hat in deren Seele tiefe Spuren hinterlassen. Unverarbeitete Erlebnisse wirken weiter - dort und in uns, den nachfolgenden Generationen. Wir sind zutiefst betroffen, auch wenn uns dies nicht bewußt ist.

Kissen aus Filz und Schuhe - Hausarbeitsthema "Dreidimensionalität"
Schuhe eines 10-jährigen um 1944, der sich auf dem Weg der Vertreibung aus dem Sudetenland befindet - in Filz dargestellt. 

Überleben war das Motto. Dem Unabwendbaren und Unverrückbaren eine gute Seite abverlangen, Leben in die Hand nehmen, auch in den Umständen, die der Krieg so unbarmherzig einforderte.

Meine Oma, eine mutige, patente Frau, ging mit drei Kindern - eines davon ein sechsmonatiger Säugling mit Wasserkopf - von Berlin über Schlesien und Österreich nach Bayern auf die Flucht. Vielerorts als Reichsdeutsche geächtet, aber immer auf der Suche nach Versorgung. Was blieb dabei auf der Strecke? Frausein, Schönheit, Seele - wie weit wirkt dies auf uns nach?


Hochzeitsschuhe in Filz
Das Leben weiterleben - Heirat, Beruf, Wohnung, Kinder, Enkelkinder - ein erfülltes Leben. Mit dem Päckchen in der Seele, trotzdem voller Dankbarkeit, dies erleben zu dürfen. Überlebt zu haben. Gut versorgt zu sein. Stärke, Mut, Liebe...


Der Tisch des Lebens

Das Leben durchleben und in Fülle abgeben. Wir müssen lernen, loszulassen. Und unsere Generation hat den Vorzug, die Dinge aufzuarbeiten, anzusehen, die Seele zu reinigen, indem wir das Schweigen brechen.

70 Jahre danach - kein Vergessen, aber Vergebung aussprechen, leben und heil werden.

07.05.2015

Experimentelles Filzen im Kurs, Oberflächen-Design...

Kugeln, Riegel und Konsorten ...





Mullbinden, Steine und Kordeln...


Feinarbeit....
 
Glanzpunkte





Kugeliges Alien-Objekt



Rosetten in .....

... vielen Variationen


.

15.04.2015

Therapeutisches Filzen...


... für Ostern in der Heilpädagogischen Tagesstätte. Farben allein sind bereits Therapie. In Verbindung mit der haptischen Erfahrung des Filzens und der Erstellung eines ganz eigenen Produkts ensteht ein Erfolgserlebnis, das oft auf der Strecke bleibt, wenn ein Aufmerksamkeitsdefizit oder eine verzögerte Entwicklung im Vordergrund steht.

Neun Kinder im Vorschulalter filzten mit mir einen Vormittag lang in Begleitung von zwei Therapeutinnen und einem FSJ-ler. 

Die Wolle legen, so dass kein Loch ensteht, wässern und seifen, wenden und die andere Seite ebenso exakt auflegen, der auseinander driftenden Wolle Herr (oder Frau) werden, nicht zu fest, nicht zu sanft, dran bleiben, nicht aufhören - all das sind gewaltige Anforderungen an die Kinder. 

Der Stolz, zu erleben wie es zu einer Verfestigung im Filz kommt, dass die Wolle nicht mehr auseinanderfällt, eine Diskusscheibe entsteht, aus der dann letztendlich eine Schale wird. Herrlich. Auch für die begleitenden Erwachsenen. 

Zweieinhalb bis drei Stunden Konzentration - eine enorme Leistung. Ich bin stolz auf Euch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

14.04.2015

Mit dem Frühling erwacht die WollFühlFactory aus dem Winterschlaf...




 Monet und seine Seerosen / Impressionismus...

...war mein Hausarbeitsprojekt zum zweiten Filzschulblock im Juni letzten Jahres. Wieder war eine unglaubliche Vielfalt an Kreativität und Filzhandwerkskunst zu bestaunen. Die Einzigartigkeit einer jeden Einzelnen, die Wirkung der eigenen Erfahrung auf Farbe und Filzerei und das letztendlich entstehende Werk - all das ist so faszinierend. Die Möglichkeiten sind so vielfältig und entsprechend des jeweiligen "Weges im Filz" so spannend.


Seit meinem Au-Pair-Aufenthalt in Südfrankreich 1989 begleiten mich die Maler des Impressionismus. Das Studium der Farben in der Natur, die Lichtspiele, das ländliche Leben sowie die Alltagssituationen, welche in Bildern beobachtet und umgesetzt wurden, faszinieren mich. 

Ich entscheide mich daher, die Seerosen von Monet in Filz umzusetzen und bin gespannt ob dies so möglich ist. Jede Filzerin setzt zuerst den gewählten Farbklang ihres Projektes in Form einer Collage um. Erst danach nähern wir uns den Farben im Material an.

 

Farben werden gemischt, Pongéseide landet damit lila eingefärbt in der Mikrowelle.  Locken, Maulbeerseide, Merinowolle - alles nähert sich dem "lila" Thema an.







 

Filzproben und Muster werden erstellt, bevor der Tisch endgültig für das große Werk hergerichtet werden kann. Farbvergleiche werden angestellt und dann endlich kann es losgehen.






Das vollendete Werk:





























13.10.2014

Filzschule "die Zweite" - Farbküche...

 



























Nein, ich wollte Euch die Fortschritte in der Filzschule nicht vorenthalten. Aber Frau hatte über die Sommermonate eine Filz- und Schreibblockade und mußte erst mal wieder innere Kreativität und Ausrichtung tanken. Jetzt endlich bin ich voller Inspiration, Euch von den Themen unseres farbenfrohen Filzschul-Blocks Nr. 2 zu berichten.


Von Farbtöpfen eingerahmt war unser Arbeitsplatz im Juni ...



Gabriele Breuer führte uns in das Färben ein und eröffnete uns damit eine völlig neue Welt mit ungeahnten Möglichkeiten. Wollstränge, Wensleydalelocken, Seidenhankies (was, so etwas gibt es?), Maulbeerseide - nichts war sicher vor unseren vielen Versuchen.


Zuallererst wurden die Farben im Verlauf des Regenbogens auf einem Wollstrang nachempfunden, die wir in der herrlichen Junisonne betrachteten...

Danach folgten unsere Abtönungswerke in Gelb und Magenta....


Im Laufe des Tages häuften sich die Werke auf den Tischen mit gesponnener Wolle, Pongéseide und allerei anderem, was wir für unsere Filzproben im weiteren Verlauf der Filzwoche noch benötigen sollten...

Zwischendurch präsentierten wir unsere Hausarbeiten auf dem Gelände rund um die Filzschule. Es eröffnete sich eine unglaubliche Vielfalt an Werken in Naturtönen. Doch dazu wird es einen eigenen Beitrag geben - zu gegebener Zeit.



In der zweiten Wochenhälfte zeigte
uns Beatriz Schaaf-Giesser weitere Möglichkeiten der Farbigkeit. In den Genuss des Kardierens verschiedenster Farben war ich bereits vor einigen Jahren gekommen. Diese Tage dienten nochmals dem Vertiefen dieses Vorgangs.

Ich liebe es. Wir schwelgten in Wollewolken, Farbräuschen, Bildausschnitten....

Erarbeiteten Muster zu eigens ausgewählten Drucken, erfuhren wie Bilder auf unsere Werke übertragen werden können.

Wir bekamen wunderschöne Muster-Filstücke mit den unterschiedlichsten Einfilzarbeiten zu sehen und uns rauchte der Kopf ob all der Möglichkeiten und Ideen.


Ja - und jetzt sitzen und schwitzen wir an unseren Hausarbeiten, die rechtzeitig zum dritten Filzschulblock fertig sein wollen, sollen, müssen. 

Ich wünsche Euch allen auf diesem Wege schon mal gutes Gelingen....

Thema der Hausarbeit: 
Farbklang einer Jahreszeit.

Welche Jahreszeit ich gewählt habe?
Das muss noch eine kleine Weile ein Geheimnis bleiben, das in vielleicht kurzer Zeit enthüllt werden wird wird... Vielleicht!!!

Es wird auf alle Fälle ein.... Nein, auch das verrate ich nicht. Euch allen: "Gut Filz!!!"





08.10.2014

Leuchtobjekte im Kurs - jetzt sind alle fertig...

Hier noch ein paar Nachträge...





Die gesammelten Werke ....


Manuela's "Blaues Haus"...


Anja's Pilzhäus'le...


Das waren die ersten Lampen, 
Nicole's Fachwerkhaus - ein wahres Schmuckstück



Regina, Andrea und Maresa haben abstrakter gearbeitet....










Vorarbeit...